Archiv des Autors: admin

03.06.2011 AB

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt

Freitag, 3.6.2011, Dinkelsbühl – Rothenburg / R. Wurzel

Durch den Naturpark Frankenhöhe führen uns heute die 25 Kilometer bis Rothenburg ob der Tauber, die mittelalterliche Stadt, die zurecht um eine Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe wirbt. Die Europäische Wasserscheide, richtunggebend für den Fluss des Wassers Richtung Rotes Meer und Nordsee, werden wir passieren. An traumhaften Eindrücken scheint die Natur heute auch alles aufzuzeigen was möglich ist. Kaum malerrischer könnte sich eine Landschaft präsentieren als zwischen Dombühl und Schillingsfürst. Teils auf naturbelassenen Wegen, teils auf kleinen Landstraßen verläuft unsere Strecke. Immer wieder passieren wir kleine stille Ortschaften wie Wörnitz, Diebach oder Bockenfeld, und haben zur Mittagsrast nach 15 Kilometern, den größten Teil der Strecke geschafft. Überraschend – Unser Wirt vom gestrigen Abend fährt mit dem Traktor vor – Thomas hatte Ihn mit einem Faß Bier herbestellt. Dann taucht auch Johannes wieder auf, er und Beatrix haben heute Geburtstag, es gibt Eis. Uns geht es gut! Freundlich und hilfsbereit zeigt sich die Polizei hier, sie sichern sehr zuvorkommend die Wegpassagen auf den stärker befahrenen Landstraßen. Bald biegen wir wieder ab in einen naturbelassenen Weg, der sich teils als Hohlweg, teils als Allee, langsam Richtung Rothenburg zieht. Kaum eine halbe Stunde später taucht auch schon die imposante Silhouette von Rothenburg aus der Ferne auf. Es ist gerade erst kurz vor Drei, wir scheinen sehr gut in der Zeit zu liegen. 15:33 Uhr, wir passieren Gebsattel – 3 Kilometer noch bis Rothenburg – 15:50 Uhr, das Ortsschild von Rothenburg – hier stimmt aber etwas nicht, so schnell können wir nicht sein. Durch das Rödertor ziehen wir in die Stadt ein. Der Klang der Landsknechttrommeln mischt sich mit dem Klang von Hufeisen auf Kopfsteinpflaster und schallt durch die engen Gassen, versetzt die Menschen vor der Kulisse der alten Gebäude im Gedanken Jahrhunderte zurück. Die Stadt ist voller Menschen – sie sind sicher nicht wegen uns gekommen – dennoch scheinen wir heute die Attraktion zu sein. Der bayrische Rundfunk hat uns überraschend mit einem Kamerateam ein Stück begleitet und ist auch zugegen als wir durch die Bürgermeisterin begrüßt und mit einem Schluck aus dem ‚Humpen‘ willkommen geheißen werden. In der Schrannenhalle, 2007 noch eine Notlösung, werden wir unser ‘Bergfest‘ und die Geburtstagkinder feiern. Die Anstrengungen der letzten Tage fordern aber Ihren Tribut, um 22:00 Uhr machen wir uns auf in unsere Quartiere. 

02.06.2011 NB

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt

Donnerstag, 2.6.2011, Nürnberg – Langenzenn

Für gut die Hälfte der Teilnehmer des Kaufmannszuges von Nürnberg nach Seligenstadt hat der Wecker am heutigen Tag bereits weit vor 04.00 Uhr geklingelt – galt es doch den Anschluss nicht gleich beim Start am Kapellen-platz zu verlieren! Exakt um 05.05 Uhr setzt sich der Reisebus in Richtung Frankenmetropole Nürnberg in Bewegung. An Bord rund 40 wagemutige und bestens gelaunte Seligenstädter, die zum Großteil erstmals das Abenteuer Kaufmannszug in Angriff nehmen wollen. Gegen 09.00 Uhr kommen wir schließlich auf dem Hauptmarkt an. Unser Supportteam lässt nicht lange auf sich warten und bereits um kurz vor halb Zehn wird uns das Frühstück gereicht, das wir mit Blick auf ein Gemälde eines historischen Kaufmannszuges, der auf der Wand des gegenüberliegenden IHK-Gebäudes prangt, genießen dürfen. Der Präsident der IHK Franken, Herrn von Vopelius, verabschiedet den Kaufmannszug, ein Vertreter der Stadt Nürnberg kann leider nicht anwesend sein. Gegen 10.30 Uhr setzt sich unser Kaufmannszug, angeführt von unserer einmaligen Trommlertruppe, dann endlich in Bewegung. Der Tross setzt sich aus rund 70 Personen, 18 Pferden und 9 Fahrzeugen (Geleits- und Gesellschaftskutschen) zusammen. Begleitet wird er von einer 6-köpfigen Supportmannschaft in 2 Supportfahrzeugen. Wir verlassen Nürnberg Richtung Fürth und bei durchschnittlich 26°C und fast wolkenfreiem Himmel fahren wir in einem zügigen Tempo an riesigen Salat- und Weizenfeldern vorbei und erreichen gegen 14.30 Uhr unsere Mittagsrast in Seukendorf. Dort werden wir vom 1. und 2. Bürgermeister und rund 100 Bürgern herzlich begrüßt und anschließend von der Feuerwehr erstklassig mit Essen und Trinken versorgt. Viel Zeit zur Rast bleibt nicht, denn um 17.00 Uhr wollen wir in Langenzenn, unserem Etappenziel sein. Dort werden wir bereits von hunderten von Schaulustigen und dem Bürgermeister Erich Ammon erwartet. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Bürgermeister , Grußworten von Albert Kemmerer und dem Arbeitskreis Kaufmannszug, wird durch unseren Cheffuhrmann Patrick Sprey ein Fass Bier angestochen und von den Teilnehmern recht zügig geleert. Gegen 18.00 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zu unserer Übernachtungsstätte, dem Gasthof-Hotel Seerose. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende für den man einfach nur dankbar sein kann. Es ist einfach schön dabei gewesen zu sein! 

02.06.2011 AB

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt

Donnerstag, 2.6.2011, Dinkelsbühl – Dombühl / R. Wurzel

Bis tief in die Nacht erklangen gestern noch die Lauten der Pikiniere von Dinkelbühl und ihre fröhlichen Lieder. In so geselliger Runde vergehen die Abende leider viel zu schnell und man findet nur schwer ins Bett. So wundert es auch nicht dass wir inzwischen etwas an ‚Frische‘ eingebüßt haben. Unser Tagesablauf ist vorbestimmt und das heißt für viele um 05:30 Uhr aufstehen, die Tiere füttern, abbürsten, nach kleine Blessuren sehen, Fuhrwerke herrichten, Frühstück vorbereiten…. Unser ‚administrativer Betrieb‘ funktioniert inzwischen perfekt, beim eingespielten Team sitzt jeder Handgriff. Verstärkt wird das Supportteam täglich noch durch 5 zusätzliche Helfer aus den Reihen der Reisenden. Folglich können wir heute pünktlich um 09:00 Uhr starten und setzen uns Richtung Larrieden in Gang. Die 9 km lange Strecke schaffen wir in einer Stunde und zwanzig Minuten, das ist für einen ‚Gehenden‘ ein sehr flottes Tempo, für ein Pferdegespann locker zu gehen und für unsere Esel zu leider zu schnell. Romantisch soll das Landschaftsbild heute werden, bewegen wir uns doch weitestgehend auf dem Radweg ‚Romantische Straße‘. Über stille Landstraßen durch blühende Felder führt uns der Weg nach Feuchtwangen, vorbei an verträumten Teichen mit Schilfbewuchs, Kornblumen und Mohn am Wegesrand erfreuen den Blick. Das Wetter zeigt sich heute wieder freundlicher, es weht eine frische Brise, ist sonnig – das ideale Reisewetter also. Zügig erreichen wir so den Grillplatz für die Mittagsrast, der uns aus 2007 noch bekannt ist. Viele Gäste sind an diesen idyllischen Platz gekommen um uns zu besuchen und Fotos zu schießen von dieser ungewöhnlichen Truppe. Sogar ein Amateurfilmer aus Dinkelsbühl hat uns bis hierher begleitet. Über Oberdallersbach und Achshofen, ziehen wir Nachmittags dann weiter nach Dombühl. Viele Radfahrer und Tagesausflügler begegnen uns, die den Feiertag nutzen um den Kaufmannszug unterwegs zu bestaunen. Helmut Auer, der Bürgermeister der Markgemeinde Dombühl, empfängt uns vor ‚seinem‘ kleinsten Rathaus Bayerns. Das kühle Bier am Marktplatz mundet vorzüglich, bevor wir auf die Wiese am Bauhof der Gemeinde ziehen. Eher gemütlich geht heute der Tag im Lager bei gegrilltem Lamm zu Ende – man merkt, Mensch und Tier brauchen etwas Ruhe um Kraft für die nächsten Etappen zu schöpfen. 

01.06.2011

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt

Mittwoch, 1.6.2011, Maihingen – Dinkelsbühl / R. Wurzel

„Sanft wurden wir heute früh durch lieblichen Gesang geweckt. Die Nonnen des Klosters in Maihingen hielten ihre Morgenandacht.“ So habe ich meinen Tagesbericht vor vier Jahren beim Start morgens in Maihingen begonnen. Mehr träumend als wach, habe ich auch heute früh versucht ein paar Zeilen zu formulieren und es fiel mir genau so schwer wie damals. Überhaupt scheint sich vieles an diesem Tag genauso abzuspielen wie 2007. Nun, die Nonnen gibt es nicht mehr und das Wetter heute ruft sicher Begeisterung bei den Landwirten hervor, bei uns drückt es eher auf die Stimmung. Hätte ich den alten Tagesbericht mal vorher gelesen, das berühmte Funkloch wäre mir in Erinnerung gerufen worden. Die Bereitstellung von Bildern und Bericht für unsere Internetseite war deshalb über den Tag nicht möglich. Auch 2 Pferde haben wir vorsorglich wegen wunder Stellen nach der Mittagspause aus dem Zug genommen um Ihnen Ruhe zu gönnen. Für die Administration bedeutete dies natürlich auch wieder – ein Planwagen und 2 Pferde mussten zusätzlich transportiert werden. Der Streckenabschnitt hat wieder eine neue Kulisse vorgefahren, über einige Steigungen und Gefällstrecken geht es auf ursprünglichen Wegen durch Wald und Feld. Beim dem einen oder anderen Wagen kommen die Bremsen an Ihre Grenzen und auf den Gefällen müssen Halteseile eingesetzt werden. Schnell zeigt sich dass Wartungsarbeiten an den Bremsen der Fuhrwerke für den Abend eingeplant werden müssen. Albert ist im Moment nicht beim Zug, hat aber durch Heinz einen kompetenten Vertreter, der mit ‚seinem Team‘ fachmännisch die Fuhrwerke pflegt. Den Blick auf die Landschaft können wir heute nicht wirklich genießen, es ist kalt, es ist nass und wir sind froh als wir Dinkelsbühl erreichen. Umso erfreulicher als uns die berittene Stadtwache entgegenkommt um uns für die letzten Kilometern Ihr Geleit anzubieten. Das Stadttor bleibt jedoch zunächst verschlossen. Der Rat der Stadt muss über-zeugt werden, dass wir in redlicher Absicht kommen und genügend Gold und Silber mit uns führen. Begleitet von den Pikinieren ziehen wir durch diese traumhafte Altstadt zur Bleiche, unserem Lagerplatz. Auf Lagerfeuerromantik müssen wir wegen des schlechten Wetters leider verzichten, die Gastfreundschaft des ‚‘Wilden Mann‘ ist dafür aber mehr als eine Entschädigung. Mit Stadtwache und Pikinieren feiern und singen wir bis tief in die Nacht. Ein Spaziergang um die Stadtmauer, zu später Stunde, lässt den Tag dann doch noch sehr romantisch ausklingen. 

30.05.2011

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt 
Montag, 30.5.2011, Harburg – Nördlingen / R. Wurzel

Punkt 09:50 Uhr sind wir heute Morgen an der Harburg gestartet, so berich-tete mir zumindest unser Willi beim Mittagessen. Ich saß zu dieser Zeit in unserem Servicewagen, im Schlepptau der Anhänger mit den Wassertanks, die gerade gefüllt wurden (2x 1000l , den 40 Pferde haben Durst) , versuche Bilder zu bearbeiten und ein paar Zeilen zum letzten Tag zu verfassen. War es gestern noch angenehm warm, so ist es heute schon hochsommerlich heiß und wir müssen zwischendurch schon mal eine Trinkpause für die Pferde einlegen. Die Strecke führt uns durch weitgehend schattenloses Gelände, das aber mit Blicken in die weitläufige Hügellandschaft entschädigt. Schnell erreichen wir den Gasthof Schröppel, unser Mittagsziel in Kleinsorheim. Im schattigen Biergarten des Hofes läßt es sich aushalten. Selbstverständlich hat der Wirt wieder einen Schweinsbraten‘ für uns vorbereitet. Die 38 kg Fleisch und 120 Klöße vom letzten mal werden diesmal wohl nicht gereicht haben, unter 200 Klößen wird da nichts gegangen sein (waren die gut). Das Landschaftsbild hält dann auch am Nachmittag wieder herrliche Weitblicke für uns bereit und das erste mal stellt sich wieder dieses Gefühl der ‚Entschleunigung‘ ein, die Uhr scheint sich im positivem Sinne langsamer zu drehen, es bleibt mehr Zeit für die Wahrnehmung. Umso mehr sind wir verwundert als schon bald der Löbsinger Tortum, eines der Wahrzeichen der freien Reichsstadt Nördlingen, aus der Ferne auftaucht. Nördlingen selbst hat bereits im 12. Jahrhundert das Messeprivileg erhalten und bewahrt wie wir aktiv seine Geschichte – so verwundert es nicht das der Rat der Stadt uns in historischen Gewandungen empfängt. In die Stadt geleitet wurden wir zuvor durch den ‚Trommlertrupp‘ der Nördlinger Knabenkapelle – einfach unbeschreiblich, über 50 Jungs die akkurat trommeln und eine perfekte Marschformation bilden. Wir sind den Nördlingen gut in Erinnerung geblieben, entsprechend herzlich fällt auch die Begrüßung durch den Bürgermeister und den ‚Historischen Bürgermeister‘ aus. Eingerahmt in die Klänge von klassischen Märschen wie Hohenfriedberger- oder Torgauer Marsch genießen wir den Empfang. In unserem Lager auf der Eiswiese klingt heute unser Tag aus. Auch hier erhalten wir überraschend Besuch von zwei Nachtwächtern die ihre Weisen vortragen und damit das Intro für einen romantischen Abend bei Gesang liefern. Wenn der Türmer vom Daniel das zweite mal sein Fenster öffnet ist 00:00 Uhr und Zeit für das Bett hatte uns der Bürgermeister gemahnt – na ja, wie schon gesagt, un-sere Uhren gehen im Moment anders. 

29.05.2011

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt
Sonntag, 29.5.2011, Allmannshofen – Harburg / R. Wurzel

29 km trennen uns heute Früh noch von unserem Tagesziel der Harburg, Der gestrige Tag war hart, für die Zugteilnehmer wegen der langen Tagesetappe, für das Supportteam wegen der enormen Arbeit, die für den Auf- und Abbau des Lagers, sowie der organisatorischen Tätigkeiten im Hintergrund anfällt. Zwei Pferdeanhänger voll Mist fallen alleine jeden Tag an. 19:00 Uhr war unsere Ankunft gestern Abend, zu diesem Zeitpunkt waren selbstverständlich Lager und Stallboxen hergerichtet, die Transportfahrten aber waren längst noch nicht abgeschlossen. Aber auch hier hat die Erfahrung gezeigt, die Routine stellt sich am 2. – 3. Tag ein und wie schon 2007 ist der Umgang mit Mistgabel und Schubkarren für den ein oder anderen auch noch ungewohnt. Unsere Wegstrecke verläuft wieder durch diese ‚ländliche Kulturlandschaft‘ mit ihren sanften Hügeln, wir konnten alle Fahrzeuge wieder im Zug aufnehmen, die angebrochene Deichsel vom Vortag konnte problemlos repariert werden. 

An diesem sonnigen Vormittag kommen wir flott voran und erreichen sehr bald Donauwörth, unseren Rastplatz zur Mittagszeit. Recht erstaunt sind wir denn die Stadt steht voller Menschen, die uns schon erwarten. Vor der Kulisse der Donauwörther Altstadt, genießen wir förmlich das ‚Bad‘ in der jubelnden Menschenmenge. Beflügelt von dem regen Interesse der Menschen am Kaufmannszug vergeht der Nachmittag wie im Flug. Die Landschaft wechselt wieder und wir befinden uns im Ries, diesem etliche Quadratkilometer großen Krater aus Urzeiten. 

Schon bald ist Harburg erreicht und die inzwischen voll restaurierte alte Brücke über die Wörnitz liefert uns eine imposante Einfahrt zur Altstadt. Der herzliche Empfang in Harburg, der kleinen Stadt mit der trotzigen Burg, in der das Geleitsschreiberhaus noch an die Zeiten der Geleitszüge erinnert ist wieder über allem erhaben. 

Mit Blasmusik werden wir zunächst am Marktplatz empfangen und ziehen anschließend hinauf zur Burg. Zur späteren Stunde erfreuen uns die ‚Nachtwächter‘ mit Ihrem Gesang und in gemütlicher Runde genießen wir die romantische Abendstimmung auf der Burg. Umrahmt von den Klängen aus dem Akkordeon unseres Kutschers Peter Knapp lassen wir den Tag aus-klingen. 

28.05.2011

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt
Samstag, 28.5.2011, Augsburg – Allmannshofen 

34 Km sollten heute unser Tagesprogramm bestimmen. Pferde und Lager wa-ren in diesem Jahr nicht auf Gut Schwaighof untergebracht, sondern auf dem Gelände der TSG 1885 in Lechhausen, einem Ortsteil von Augsburg. Mit unserem gesamten Zug von 39 Pferden und 16 Fuhrwerken, war es leider nicht möglich die Innenstadt zu befahren, eine ‚Delegation‘ von 3 Wagen musste deshalb den Kaufmannszug zur Verabschiedung auf dem Rathausplatz vertreten. Erstmals während des Kaufmannszuges präsentierte sich dann unsere neue ‚Trommlertruppe‘ zur Eröffnung der Veranstaltung. Das ‚Seligenstädter Trommelfeuer‘, so nennt sich die Gruppe in Anlehnung an das Flammendesign auf den Instrumenten, konnte mit akkuratem Spiel und sauberem Abschlag begeistern. An der Herzlichkeit unserer Augsburger Freunde, kann man sich immer wieder nur erfreuen, so war auch dieses Jahr unsere Verabschiedung auf dem Rathausplatz ein ergreifendes Ereignis. 

Eine Augenweide, das kann man sicher sagen, war die Seligenstädter Roko-kotanzgruppe mit Ihrer Tanzvorführung. 

5 Km waren es zum TSG Sportgelände, wo der Rest des Kaufmannszuges auf uns wartete – unter Trommelklang gelangten wir durch den dichten Augsburger Stadtverkehr dort hin. Den Zug dann zum ersten mal in seiner vollen Länge zu sehen, lässt sich nur mit ‚Gewaltig‘ beschreiben. Schnell ging es dann durch die Siedlungen am Augsburger Stadtrand zum Lech und unse-rer ersten Panne entgegen – nun, wir haben mittlerweile Routine bei solchen Vorfällen und eine gebrochene Deichsel bringt uns nicht mehr aus der Ruhe. Das Problem sind unsere neuen ‚alten‘ Fuhrwerke, die zum ersten Mal zum Einsatz kommen und jetzt Ihre Bewährungsproben durchstehen müssen, mal ne lockere Speiche, mal ne heiß gelaufene Radnabe……… Die Kilometer scheinen heute irgendwie länger zu sein als sonst, aber die 34 Kilometer brauchen halt einfach Ihre Zeit. Schön ist einfach – man scheint uns zu 

kennen, wir werden oft angesprochen, in den letzten 4 Jahren sind wir wohl nicht in Vergessenheit geraten. 

Unser ‚Zeitmanagement‘ stimmt heute und so erreichen wir wie avisiert, das ‚Gut Schwaighof‘, unser Etappenziel. Familie Zeising hat wieder einen sehr schönen festlichen Rahmen für unseren Empfang geschaffen, so können wir gelassen bei Rokokotanz, Blasmusik und Spanferkel vom Spieß, gelassen den Tag ausklingen lassen. 

27.05.2011

Kaufmannszug 2011 Augsburg – Seligenstadt 
Freitag, 27.5.2011, Augsburg 

Nach Monaten intensiver Vorbereitung ist jetzt endlich soweit, wir starten mit unserem Unternehmen Kaufmannszug 2011. Die ganze Woche über war schon geschäftiges Treiben an der Seligenstädter Heimatbundhalle. Mit dem Supportteam wurde die Organisation nochmal abgestimmt, die letzten Arbeiten an den Fuhrwerken verrichtet und die gesamte Ausrüstung für den Transport zusammengetragen. 

Heute Morgen um 05:00 Uhr standen wir dann parat, der ‚Vortrupp‘, mit zwei Sattelschleppern, einem Lastzug, dem LKW mit den Elementen zu unseren mobilen Stallungen und wir, mit dem ‚Kaufmannszug -Einsatzfahrzeug‘. Mit zügigen 80 Kilometer pro Stunde bewegten wir uns gen Augsburg. An alles hatten wir gedacht, dachten wir – dem Erfinder des Mobilfunks sei Dank, der Rest konnte während der Fahrt geklärt werden. Klappt das mit Heu, unser Bus hat ja keine Plakette für die ‚Umwelt Zone‘, gibt es eine Sondergenehmigung……. Gegen 11:00 Uhr kamen wir dann in Augsburg an und mit uns der lang ersehnte Regen – wie man es halt nimmt, dem einen Freud, dem andern Leid. So nass und durchgefroren wie wir waren, war dann auch der heiße Tee das bevorzugte Getränk während der verdienten Mittagspause, na ja – es war inzwischen ja auch schon 15:00 Uhr. Dann ging es los, die Pferdetransporter trafen nach und nach ein und unser Reisebus mit den restlichen Teilnehmern. Wie im Flug verging die Zeit bis wir uns in der Lobby unseres Hotels, wie auch schon 2007 trafen. Das erste Mal alle in Ihren Gewandungen, Bärbel gibt die letzten Anweisungen dann ‚schreiten‘ wir zum Empfang im Wollmarktsaal. Die Interessengemeinschaft Historisches Augsburg, mit der uns inzwischen schon eine tiefe Freundschaft verbindet hat uns wieder zum festlichen Bankett eingeladen. Im Rahmen dieses wundervollen Abends, ist es uns deshalb eine besondere Ehre, den Vorstand der IG Historisches Augsburg durch den ‚Eimertrunk‘ in unsere Kaufmannsgilde aufzunehmen. 

21.05.2011

Kaufmannszüge 2011 Augsburg/Nürnberg – Seligenstadt
Samstag, 21.05.2011, Seligenstadt

Am Samstag Nachmittag den 21.05.2011 trafen sich die Teilnehmer der Kaufmannszüge an dem Feldkreuz am Schachenweg. Ein großer Teil der Fuhrleute und Reiter waren mit Ihren Rössern und Hunden vor Ort. Es war ein herrlicher Tag und die Sonne verwöhnte uns mit Ihren warmen Strahlen. Sollte das ein Vorgeschmack auf die, in der nächsten Woche beginnende, große Reise sein? Das wäre ein Traum. Grund der Zusammenkunft war die Segnung aller Teilnehmer und Tiere durch Pfarrer Heinz Förg. Es war ein feierlicher und ergreifender Rahmen. Auch unsere Trommlergruppe „Trommelfeuer“ war mit von der Partie. Nach gut einer Stunde verließen alle frohen Mutes die Örtlichkeit und waren voller Vorfreude auf den Start der Kaufmannszüge 2011. Mit Gottes Segen und in seiner Obhut reist es sich sehr gut und beruhigt.

21.06.2015

Kaufmannszug 2015 Augsburg – Seligenstadt 
Sonntag, 21.06.2015, Seligenstadt – Mühlheim am Main


Es sollte pünktlich um 8.00 Uhr gestartet werden, aber es kam am letzten Tag eben anders. Ein Pferd hatte sich ein Hufeisen abgetreten und das musste zuerst wieder drauf genagelt werden. Der Hufschmied nächtigte ausgerechnet in dieser Nacht nicht in der Nähe der Pferde. So musste er erst bei unserem Fuhrmann Thomas in Hainburg abgeholt und auch wieder zurück gebracht werden. Mit 25 Minuten Verspätung ging es dann los. Über vertraute heimische Wege durch Hainburg, Klein Auheim und Steinheim fuhren wir Richtung Mühlheim. Leider mussten wir in Klein Auheim, wegen eines Radschadens, eine Kutsche zurücklassen. Das Rad hatte uns schon öfter, auf unserer diesjährigen Reise, Probleme bereitet. Auch heute funktionierte unser technischer Support. Ein Anruf, und der Rücktransport des Fuhrwerks nach Seligenstadt läuft. Am Straßenrand immer wieder Leute die uns erstaunt anschauen oder auf uns warten und zujubeln. Unser Tracking im Internet scheint zu funktionieren. Dietesheim ist erreicht, dort wartet ein Bäckermeister auf uns, umringt von einer Menschenmenge. Wir bekommen ein Gebäck gereicht, das als Dietesheimer Basaltkopp tituliert wird. Ein Gebäck aus Hefeteig mit einer Füllung aus Latwerge. Schmeckt super. Dann weiter bis Mühlheim, viele Menschen am Straßenrand und immer wieder Jubel, Jubel….! Der Bürgermeister begrüßt uns bei Sankt Markus auf das Herzlichste. Der Kaufmannszug stellt sich vor und es wird unsererseits erklärt, warum wir das Geleitsfest in Seligenstadt feiern. Die Geschichte von Mühlheim und Seligenstadt hängen ja dicht zusammen (beide 1200 Jahrfeier 2015). Nach geraumer Zeit ziehen wir weiter bis zur Roten Warte, hier war früher eine alte Zollstation. Alle Teilnehmer werden hier wieder von den Bewohnern der Siedlung verköstigt. Ca. gegen 15.30 Uhr werden dann die Pferde ausgespannt und genau wie die Fuhrwerke verladen, Heimreise. 3 Gespanne treten die Heimfahrt auf der Achse an. Ich bleibe mit meinen Pferden Anne und Uno noch bis alles soweit ist. in aller Ruhe trinke ich einen Kaffee, esse noch ein Stück guten, hausgemachten Kuchen und fahre dann mit 3 Mitstreitern auch gemütlich wieder Richtung Heimat, Seligenstadt. Gegen 18.00 Uhr treffen wir an der Heimatbundhalle ein, Pferde ausspannen. Mit Schwung auf den Pferderücken und zum Stall geritten. 19.00 Uhr im Stall angekommen, Pferde in die Box und gefüttert. Die sind auch froh wieder im heimischen Stall zu stehen. Mit ein bisschen Wehmut denke ich an die vergangenen 15 Tage. Es war eine lange Vorbereitungszeit und nun alles vorbei, die Zeit verging wie im Flug. Es bleiben die Erinnerungen an die schönen Erlebnisse mit Allen, die wunderbaren Landschaften und Städte, die guten Gespräche, der Spaß und der Schabernack der getrieben wurde. Wer nicht dabei war, kann nur über Erzählungen  erahnen wie man wirklich fühlt. Es wird schwer wieder in den normalen Alltag einzutauchen, wir brauchen Zeit. Bis zum nächsten Mal 2019.

von Stephan Sprey

Supportbericht 2. Woche   Aub – Seligenstadt (Mühlheim)
  

Heute heißt es Abschied nehmen in Aub. Wir fahren morgens durch Aub und sammeln die in den Gastfamilien verteilten Feldbetten und Gepäckstücke wieder ein. Überall ist es ein netter und freundlicher, wirklich ein freundschaftlicher Abschied und wir bedanken uns bei allen für die Gastfreundschaft und die schönen Zeit die wir hier verbracht haben.

Zum Beginn der zweiten Woche haben wir einen Personalwechsel im Supportteam, denn einige haben nur eine Woche Zeit oder möchten die zweite Woche mit dem Kaufmannszug gehen. Eine kleine Stammbesatzung bleibt allerdings auch in der zweiten Woche im Supportteam.  

Nachdem wir, wie gewohnt Gatter, Mist, Zelte, Toilettenwagen, Schläuche, usw. zusammengemacht und verladen haben, geht es in einer Kolonne nach Unterwittighausen. Hier waren schon Bauhofmitarbeiter, Getränkehändler und freiwillige Helfer damit beschäftigt, das kleine Fest für unseren Empfang auf dem Schulhof, der neben dem Lagerplatz befindlichen Schule vorzubereiten. So hatten wir auch gleich Ansprechpartner vor Ort die uns bei Wasser, Abwasser und Strom weiterhelfen konnten. Für den heutigen Tag standen noch diverse Einkäufe im Baumarkt in Bad Mergentheim an. Lediglich neue Futtertröge, von denen in der ersten Woche 12 Stück merkwürdiger Weise abhandengekommen sind, haben wir nicht bekommen. Dafür war noch genug Platz im Kofferraum um beim Getränkehändler erfrischendes Hopfengetränk mitzunehmen. Als letztes Projekt vor Eintreffen des Kaufmannszug, bauten wir unserer Elsa einen geeigneten Stall. Elsa ist ihrem neuen Besitzer in der ersten Woche, eher zufällig zugelaufen. Sie ist ein sehr ruhiges Tier und eigentlich das krasse Gegenteil von ihrem Besitzer. Vielleicht haben wir sie deshalb schon sehr in unser Herz geschlossen. Die neue Behausung bietet ein richtiges Dach über dem Kopf und auch einen Schlafplatz für ihren Besitzer, der eine Nacht hinter Gitter ruhig auch mal vertragen kann. 

Nach Ankunft des Kaufmannszugs gab es wieder einiges an den Fuhrwerken zu tun.

Am Abend bekommen wir von einem ortsansässigen Bauern einen riesigen Baumstamm, der als Stehtisch dient geschenkt. Als Dank erhält er eine Geleitsmünze und einen Bierbrannt. Als wir jedoch am nächsten Morgen den Stamm verladen wollen, ist er wie vom Erdboden verschollen. 

Anscheinend war der „Herr Landwirt“ doch überrascht, dass wir tatsächlich die benötigten Werkzeuge und Fahrzeuge für den Transport dabei haben. Etwas frustriert darüber, machten wir uns an den Abbau des Lagers. Heute geht es nach Tauberbischofsheim auf das etwas außerhalb gelegene Gelände des Reit- und Fahrvereins. Die Abläufe funktionieren auch mit der neuen Besetzung schon fast reibungslos und wir kommen zügig voran. Dann ein Anruf: „An der Mittagsrast müssen zwei Pferde abgeholt werden!“ Schnell den Pferdeanhänger leer räumen, anhängen und los geht’s.

Wir schaffen es pünktlich zum letzten Aufrödeln vor dem Einzug in Tauberbischofsheim da zu sein und ziehen mit dem Kaufmannszug in die Stadt ein. Am Abend stehen nur kleinere Reparaturen an. Neue Bremsklötze die morgen noch etwas eingebremst werden können bevor sie am Donnerstag ihre große Belastungsprobe an der alten Steige vor Eichenbühl haben. Unser Busfahrer Alfred muss heute wegen seinen Lenkzeiten einen kompletten Ruhetag einlegen. Das bedeutet für uns, dass wir die Hotelschläfer am Abend mit dem Bus vom Wanderclub Edelweiß und von der Stadt Aub in mehreren Fahrten zu ihren Hotels fahren und am morgen wieder abholen müssen.  

Der Abbau der Zelte nimmt am Morgen etwas mehr Zeit in Anspruch, da wir den Großteil für die nächsten Übernachtungen nicht mehr benötigen und diese jetzt saubergemacht und ordentlich verpackt werden müssen.

Auf dem Weg nach Kühlsheim hielten wir in Eiersheim, wo wir mit dem Kaufmannszug zusammen die Mittagsrast verbringen. Auf den restlichen paar Kilometer, in das zwei Orte weiter gelegene Kühlsheim, hat es tatsächlich ein Teil des Teams geschafft sich zu Verfahren. Doch schuld war die Technik, denn das Naiv hatte in diesem leichtbesiedelten Gebiet keinen Empfang. In Kühlsheim sind schnell  Gatter, Wasserversorgung ein Toilettenwagen gestellt. Schnell noch 3 kleine Zelte aufbauen, die den Fuhrleuten und Reiter vorbestimmt sind, damit sie in der Nähe der Pferde sind. Die restlichen Zeltschläfer sind in der nebenanstehenden Turnhalle untergebracht. Wir machen uns fertig, ziehen unsere historischen Klamotten an und laufen dem Kaufmannszug entgegen um gemeinsam nach Kühlsheim einziehen zu können. Neben den üblichen kleineren und größeren Reparaturen an den Fuhrwerken mussten wir uns auch um die Instandhaltung sonstiger Gegenstände kümmern. 

So war am mitgeführten Schnapsfäßchen der Hahn gebrochen, wodurch die Funktionsfähigkeit dieses lebensnotwendigen Utensils nicht mehr gewährleistet war. Doch auch dieses Problem konnte das Supportteam lösen, die uneingeschränkte Funktion wurde am Abend in Kühlsheim in einem Langzeittest geprüft… 

Am nächsten Morgen ist es kalt, es regnet  und darum wird beschlossen erst nach dem Mittagessen in Kühlsheim aufzubrechen. Was unseren Supportablauf etwas durcheinander bringt. Denn solange die Pferde in ihren mobilen Stallungen stehen, können wir keine Gatter abbauen, kein Mist zusammen machen, keine Futter und Wassertröge einpacken und keine Schläuche zusammen machen. Das heißt für uns, fast tatenloses rumsitzen am Morgen und Stress am Nachmittag. Als wir in Eichenbühl mit dem Aufbau fertig sind und in den Ort hinein laufen, kommen uns schon die Fuhrwerke entgegen. Auf Grund des Fäßchentests vom Vorabend dann doch etwas müde und mit dem Vorsatz „zwei Bier, eine Forelle und dann mal früh ins Bett“, setzen wir uns etwas abseits auf das Fest in Eichenbühl. Doch wer uns kennt, kann sich gut vorstellen, dass dieser Vorsatz nicht lange gehalten hat. Unser Tisch wurde Stück für Stück zum Mittelpunkt und man konnte einfach merken, was wir für eine zusammengewachsene Gemeinschaft geworden sind. Wir lachten, sangen und feierten bis in die Nacht hinein. Zum Schluss benötigten wir eine Spende von einem unserer Fuhrmänner und die Überredungskunst des Bürgermeisters, der auch viel Spass an unserem fröhlichen Gelage hatte, um noch einen Biernachschlag zu bekommen.

Am nächsten Morgen stand der nächste Abschied an. Denn nun hieß es, ade ihr Toilettenwägen und ade Imbissmobil. Ein letztes Mal Toiletten und Duschen putzen, Schläuche und Abwasserrohre reinigen und zusammenräumen. Die Anhänger müssen nach Augsburg und nach Ravensburg gefahren werden und es wurde später Abend bis unsere Supporter wieder zurück waren. Als wir nach dem Abbau aus Eichenbühl nach Eisenbach kommen ist der ganze Ort schon mit Fahnen und Flaggen rausgeputzt. Am Lagerplatz sind schon allerhand Helfer dabei unserem Kaufmannszug einen tollen Empfang zu bereiten. Das hat schon etwas von Volksfeststimmung, die Getränke- und Essensstände, die vielen Festbänke, die große Tafel in der Mitte, die für die Teilnehmer reserviert ist und die große Bühne. Wir haben recht schnell Gatter, Zelte, Wasser, usw. aufgebaut und schaffen es erstmals ab der Mittagsrast  mit dem Kaufmannszug zu laufen. So hatten wir uns unseren Job öfters vorgestellt. Am nächsten Morgen hieß unser Ziel dann schon Seligenstadt. Es war schon ein komisches Gefühl, als wir am Morgen durch Seligenstadt zur Heimatbundhalle gefahren sind. Ist jetzt alles schon vorbei??? Doch zum Glück fängt der Tag erst an

Wir versuchen schon seit einer ganzen Woche eine genaue Anzahl der Pferde zu bekommen, die in Seligenstadt eine mobile Stallung benötigen. Wir bekamen nie eine Antwort, nur: „das kriegen wir schon!“ kurzer Hand hieß es an diesem Morgen: „baut alle auf!“ Blöd ist nur, dass 10 weniger auch genügt hätten. Auch an diesem Tag schafften wir es, an der Mittagsrast in Stockstadt ordnungsgemäß gekleidet da zu sein und den restlichen Weg nach Seligenstadt mit zulaufen.

Am nächsten Tag konnten auch wir vom Support von Anfang an mit nach Mühlheim laufen. Denn es waren keine Gatter, Zelte, etc. ab- und aufzubauen. Lediglich ein paar Fahrer mit Traktor und Anhänger waren nötig, um die Fuhrwerke wieder zurück nach Seligenstadt zu bringen. Bei der Frage nach der Anzahl der Fuhrwerke die zurück gefahren werden müssen, hieß die Antwort leider auch nur: “ kriegen wir schon“ doch bei einer etwas besseren Planung hätte sich ein Fahrer den Weg, sonntags nach Mühlheim sparen können. Aber das mit dem reden, kriegen wir schon bis zum nächsten mal hin! 

Als die Kolonne mit den Fuhrwerken auf dem Rückweg ist, genügt eine WhatsApp und es stehen genügend Helfer zu Verfügung. Zusammen haben wir dann die Fuhrwerke abgeladen und sicher in der Heimatbundhalle verstaut. 

Am Mittwoch drauf, stand dann das große Aufräumen an.   

Das letzte Mal die Gatter abschlagen, aufladen und einlagern. Den Mist zusammen machen und entsorgen. Zelte weg bringen, Eimer, Tröge, Schläuche und Werkzeug sauber machen und einlagern. Fuhrwerke abdekorieren, leer und sauber machen. 

Wir waren über 20 Personen und somit recht schnell fertig mit den Arbeiten. Im Anschluss sind wir zum Wanderclub Edelweiß zum Haxen Mittwoch. Das war nochmal ein richtig schöner Abschluss in geselliger Runde. Wir waren ein super Team, der Zusammenhalt war einmalig und somit hat es auch, wenn es einmal stressig war, stets Spaß gemacht.

Zum Abschluss noch ein paar technische Daten über die gesamten zwei Wochen:   

·         Jeden Tag 110 Gatter mit je 39kg auf- und abgebaut.
Das sind 4290kg pro Tag und somit auf den gesamten Kaufmannszug gesehen
bei 15 Tagen ein bewegtes Gewicht von 128,7 Tonnen.  

·         Für die Zelte haben wir 1759 Heringe in den Boden gehauen und wieder heraus gezogen.    

·         Die Pferde haben rund 9800kg Heu und 1500kg Hafer vertilgt und ca. 99000 Liter Wasser getrunken.    

·         Ca. 35 Kubikmeter Pferdemist wurden produziert, der zusammengerechelt, aufgeladen, weggefahren und abgeladen werden musste.   

·         Der Fuhrpark des Supports umfasste u.a.:
1 Traktor mit Hänger
1 LKW mit Hänger
1 Pferdetransporter mit Hänger
div. PKWs und Klein-LKWs mit Hänger (u.a. Toilette, Gepäck, Mist, etc.)
        

Euer Supportteam 2015!!!