20.06.2007

Kaufmannszug 2007 ,Augsburg – Seligenstadt
Mittwoch, 20. Juni, Tauberbischofsheim – Külsheim

Unser kürzester Tourentag liegt heute vor uns, nur 15,3 km sind es bis nach Külsheim, unserem Tagesziel. Hinter Tauberbischofsheim, wir ziehen auf der Landstraße dahin, beginnt aber schon eine endlose Steigung, die uns viel Kraft kostet. Wir sind froh Eiersheim zu erreichen, denn vielen von uns sieht und merkt man inzwischen die Erschöpfung deutlich an. Die kurzen Nächte reichen einfach nicht mehr aus um sich vollständig zu regenerieren. Auf die ausgedehnte Mittagsrast heute, freuen wir uns deshalb richtig. Gemütlich im Schatten unter Bäumen haben wir Zeit zum ausspannen. Einen herzlichen Dank möchte ich an dieser Stelle einmal unseren Metzgern Fecher, Becker, Dies, Kuhn und der Bäckerei Haas aussprechen, die uns auch während der Fahrt mit frischen Back – und Wurstwaren versorgen. Nach Eiersheim, in einer Senke gelegen, steht uns noch eine weitere lange Steigung bevor. Auf schmalen Wirtschaftswegen, bei glühend heißer Sonne, kommen wir gewaltig ins Schwitzen, genießen aber auch den Blick über die weiten Kornfelder. Bisher hatte noch niemand gemerkt dass wir auf unserer Zeitreise rückwärts gegangen waren, erst in ‚Kullesheim‘ sahen wir uns im tiefsten Mittelalter . In authentischen Gewandungen wurden wir von den Külsheimern am Schlossplatz empfangen. Die Turmbläser kündeten den Schultheiß an, der uns löbliche Kaufleut empfing. Er warb für seine vortrefflich Weibsleut und übergab uns ein Kistlein köstlichen Rebensaftes zur Stärkung und Erhaltung von Körper und Geist. Doch ward ihm ein Vorfall gemeldet. Raimund, Zimmer Sechs – war er bei einer Marketenderin ? Im Zweifelsfall gegen den Angeklagten entschied der Schultheiß und lies Ihn in Gewahrsam nehmen. Am Pranger, immer wieder wurde Ihm der hitzige Kopf gekühlt, musste er seine Strafe ertragen, wurde aber von seinem lieben Weibe schnell ausgelöst. Mittelalterlicher Gesang leitete dann den Abend ein und ein Kräuterweiblein stellte sich uns vor. Ist es doch wichtig für einen Reisenden um die Heilkraft der Kräuter zu wissen. Bezaubernd war auch der mittelalterliche Bauchtanz umrahmt von einem feuerspuckenden Gaukler. Zu mittelalterlichen Tänzen, begleitet von der Musik auf Leier und Dudelsack, waren dann alle eingeladen mitzumachen. Ich denke nicht nur die Tanzenden waren davon hellauf begeistert. Der Empfang in Külsheim stellte eine Klasse für sich dar und lässt sich nur schwer in Worte fassen, er war einfach ein Erlebnis das den Beteiligten vorbehalten bleiben wird.

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