14.06.2015

Kaufmannszug 2015 Augsburg – Seligenstadt 
Sonntag, 14.06.2015, Ruhetag in Aub


Rasttag in Aub

Eigentlich hatten wir ja schon damit gerechnet – es würde wieder ein rauschendes Fest zu unserem Empfang geben – doch der gestrige Abend erreichte einen neuen Superlativ.

Schon während unserer Begrüßung erreichte eine Brieftaube mit einer eiligen Nachricht den Rat der Stadt.  Ein an einer Uferböschung grasender Esel  sei nach dem Durchzug einer Handelskarawane verschwunden – der Verdacht fiel natürlich sofort auf unseren Kaufmannszug und man schickte sofort Soldaten los um nach dem Tier zu suchen – völlig unbedarft kreuzte derweil das beschriebene Tier nebst seinem ‚rotschöpfigen‘ Reiter den Marktplatz, was natürlich zu seiner sofortigen Ergreifung führte. Alles Beteuern, das Tier sei herrenlos und Ihm zugelaufen halfen nichts, es wurde sofort gerichtet und das Urteil vollstreckt. Weil er sich nicht von seinem Tier trennen wollte, wurde er kurzerhand durch einen Schmied an den (Draht) Esel gekettet.

Nicht schlecht staunte man jedoch während des Banketts auf dem Marktplatz, unser Verurteilter hatte seine Hand geopfert um sich von den Ketten zu befreien. Rusty erschien mit einem blutigen Stumpf den eine Prothese aus grob gebogenem Draht zierte, die Ihm für den weiteren Abend die Hand ersetzen sollte.  

In gewohnter Souveränität moderierte Christopher das kleine Abendprogramm,  bekannte Lieder aus unserem ‚Lagerleben‘ wurden  von unserem Auber Troubadour, nebst gesanglicher Verstärkung, zum Besten gegeben, die Gaukler des Kaufmannszugs konnten mit Feuerspuken, Jonglage und Akrobatik die feiernde Gesellschaft begeistern und Fuhrmann Robert aus Augsburg schnalzte mit der Peitsche zu den Akkordeonklängen von Fuhrmann Peter.

Leider war ich zu Müde um in dieser Nacht bei den Letzten zu sein. Von meinem Zimmer im ‚Ars Musica‘, direkt am Marktplatz gelegen, lauschte ich jedoch noch lange den Klängen von Gitarre, Akkordeon und dem Gesang fröhlicher Menschen.

Heute ist ‚Ruhetag‘, Mensch und Tier sollen sich erholen. Für Viele ist eine aufregende Woche zu Ende gegangen und die meisten ‚Neuen‘ sind schon angekommen, um sich auf den Kaufmannzug einzustellen.
Unser traditioneller Gottesdienst bot hierzu die beste Gelegenheit. Sehr feierlich und stimmungsvoll konnten wir so den Tag gemeinsam beginnen. Sehr gerührt bin ich noch beim schreiben dieser Zeilen, wenn ich an die Gänsehaut und die Tränen in den Augen denke. 

Unsere Trommler, begleitet von Max mit der Trompete, hatten zur Melodie von ‚Amazing Grace‘ den Gottesdienst eröffnet und Annika konnte immer wieder mit den zarten Klängen Ihrer Geige die Anwesenden berühren. Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle auch Pastoralreferent Burkard Fleckenstein gesagt. Selbst erfahrener Pilger, kannte er sich aus mit der langsamen Art des Reisens, den Erfahrungen, Erlebnissen und Gefühlen eines ‚Pilgernden‘. Er spannte gekonnt  einen Bogen zum Kaufmannszug und zeigte die Parallelen auf. Mit ‚Großer Gott wir loben Dich‘ und dem Seligenstädter Wallfahrtslied ‚O engelreines Paar‘, endete dieser ergreifende Gottesdienst.

Spannend sollte es dann werden, um 12 Uhr war unser Erscheinen auf dem Marktplatz erwünscht und groß war die Überraschung als der Grund dafür bekannt wurde. Hans unser Fuhrmann aus Kronach hatte sich schon immer eine besondere Hochzeit mit seiner Adelheit vorgestellt und so wurde symbolisch die erste  ‚Kaufmannszugs -Trauung‘ vollzogen. Ein kleiner Brautzug setzte sich unter den Klängen des ‚Kaufmannszuglieds‘ über den Markplatz in Bewegung.
Moni vollzog die Trauung –  Deeido mit Demdo und Dooudo mit Deredo ……  –  unterstützt wurde Sie von Pater Bruno der reichlich Wasser beisteuerte. Natürlich fehlten auch die passenden Hochzeitsringe aus gebogenen Hufnägeln nicht und wurden im Hufeisen liegend, auf einem roten Samtkissen gereicht.  

Stadtführungen und Führungen durch das Auber Spitalmuseum rundeten die Angebote des Tages ab. Jetzt neigt sich der Tag, wir sitzen bei Blasmusik mit unseren Auber Freunden zusammen und lassen dieses wundschöne Wochenende ausklingen.

Das abschließende Wort von Robert Melber, dem Auber Bürgermeister, umschreibt alles was wir dieses Wochenende erleben durften.

     “ Unsere Freundschaft kann man nicht beschreiben, man muss sie fühlen“

von Robert Wurzel

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