Die Vorbereitungen

Am Anfang stand die Aufarbeitung der geschichtlichen Begebenheiten, sowie der möglichen Wegführungen. Über die gesamte Zeit der Geleitszüge wurden verschiedene Routen befahren. Als Historiker konnten wir Manfred Schopp gewinnen, der seit Jahren zum gesamten ‚Geleitswesen’ umfangreiche Recherchen betreibt. So machten wir uns mit den Informationen von Herrn Schopp und den 8 Quadratmetern Landkarten aus den Landesvermessungsämtern an die Arbeit. Eine Route sollte gefunden werden, die möglichst genau der originalen Wegführung entspricht, aber soweit wie möglich abseits befahrener Straßen verläuft. Die Streckenführung sollte Tagesetappen von ca. 20 – 30 km ermöglichen, wobei die geographischen Begebenheiten der Landschaft, hinsichtlich der Belastbarkeit der Pferde, die wichtigste Rolle spielten. Bis das ‚Roadbook’ seinen endgültigen Stand erreicht hatte, mussten die Etappen teils mehrfach mit Auto, Motorrad oder auch Pferdefuhrwerk abgefahren werden. Schnell mussten wir erkennen, dass unser ‚kleines Unternehmen’ ein nicht unerhebliches Budget verschlingen würde. So stellte die Sicherung der Finanzierung durch Sponsoren einen Hauptbestandteil der Vorbereitung dar. Herzlichen Dank noch mal an alle die dieses Projekt in irgendeiner Form unterstützt haben Der Heimatbund Seligenstadt konnte für unser Vorhaben gewonnen werden, der unendgeldlich einen Teil der Kostüme, sowie der Fuhrwerke, aus seinem Fundus zur Verfügung stellte. Jetzt war es höchste Zeit Kutscher und Reiter mit passenden Pferden für unsere Tour zu finden. Ein heute im Freizeitbereich eingesetztes Reit-oder Gespannpferd, wäre ohne spezielle Vorbereitung den Strapazen einer solchen Fahrt nicht gewachsen. So musste genug Zeit für ein vorbereitendes Training sichergestellt werden. Die Zeit lief und die Liste der abzuarbeitenden Punkte wuchs anstatt abzunehmen. Mit den Regierungspräsidien der Länder musste verhandelt werden, die Orte der Rastplätze mussten informiert werden, Besuche zu den Bürgermeistern der Übernachtungsorte mussten organisiert werden, die Öffentlichkeits-und Pressearbeit war zu koordinieren, und immer noch war ein großes Problem noch nicht gelöst: Nicht an allen Stationen war der Unterstand und die Versorgung der Pferde geklärt. Zwar war die Versorgung mit Kraftfutter durch einen Sponsor gesichert, das Thema Unterstand sollte uns aber weiterhin in Spannung halten. Die zur Verfügung stehenden Fuhrwerke schienen nicht alle für den Einsatz auf unserer Fahrt geeignet, so wollte es der Zufall, dass Stephan Sprey zwei alte Wagen erstehen konnte. Da die Fahrwerke noch verwertbar waren, wurden kurzer Hand zwei ‚alte neue’ Planwagen aufgebaut. Mit einer selbstgenähten Beplanung aus schwerem Segeltuch, Holz aus alten Eichenbalken und teils neuen Rädern von einem Wagner, entstanden so zwei neue Fuhrwerke nach altem Vorbild. Währenddessen liefen die logistischen Feinplanungen auf Hochtouren, den Teilnehmern wurden Rollen zugeordnet, Kostüme wurden organisiert. Hier sei angemerkt dass ein Großteil der Kostüme aus privatem Besitz war, bzw. eigens für diese Fahrt gefertigt wurden. In der Zwischenzeit waren wir auch mit unserer Internetseite online. Unter www.kaufmannszug.de, sollte man während unserer Fahrt ständig unsere Position auf einer Landkarte verfolgen können, sowie tagesaktuelle Bilder und Berichte ansehen können. Wie kommen denn Kutsche, Mensch und Tier erstmal nach Nürnberg? Das war eine der letzten Fragen auf unserer Liste. Nach unserm bisherigen ‚Organisations Marathon’ eine der leichtern Fragen. Der 29. Mai ist erreicht, die Wagen werden vorbereitet, Achsen geschmiert, die Ausrüstungsliste abgehakt – es kann losgehen.

 

Ausarbeitung der Wegstrecke

 

Trainieren der Pferde

 

Aufbau der Wagen

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